„Wir kümmern uns um die Kinder, die am Rande der Existenz leben und in ihrem kurzen Leben schon ganz viel Pech hatten“, sagt Claudia Ratzlaff. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Joy Hinkel betreut sie die „Medizinischen Patenschaften“ bei CHC. Also die Hilfe für Mädchen und Jungen mit gesundheitlichen Einschränkungen: beispielsweise blinde Kinder, gehörlose Kinder, Kinder mit offenem Rücken, Amputationen, Malaria oder HIV. Aber auch Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen bekommen über diese Patenschaften die Chance auf eine Schulbildung und eine warme Mahlzeit.
Claudia Ratzlaff engagiert sich bereits seit 2010 bei Cargo Human Care, war mittlerweile schon 30 Mal vor Ort. Bei ihrem ersten Einsatz in Nairobi hat sie fünf Wochen direkt im Kinderheim gelebt. „Die Erfahrungen erden einen. Man kann viel bewegen und es kommt viel zurück. Aber natürlich muss man auch viel aushalten – die Schicksale gehen einem schon sehr nah“, berichtet sie. Aber trotzdem habe man vor Ort auch viel Spaß: „Es wird viel gelacht, die Kinder haben keine Berührungsängste und sind dankbar für die Hilfe.“
Joy Hinkel engagiert sich seit Januar 2020 für Cargo Human Care (CHC). Ihr Mann Andreas, ein Kinderarzt, ist regelmäßig in Kenia tätig, wodurch der Kontakt zu CHC bereits bestand. „Im Februar 2018 bin ich mit zwei Koffern voller ausgemusterter Airline-Decken und Spielsachen nach Nairobi geflogen, um das Projekt persönlich kennenzulernen und herauszufinden, wie ich helfen kann. Ich war überwältigt von dem Enthusiasmus, der Geduld, der Liebe und den finanziellen Mitteln, mit denen CHC sowohl Kinder als auch Erwachsene unterstützt“, erzählt Joy Hinkel. Sie fügt hinzu: „Ehrenamtliches Engagement liegt mir sehr am Herzen! Neben meiner Tätigkeit in der Kirchengemeinde in Bad Vilbel setze ich mich nun auch für CHC ein. Besonders das Ziel, Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, erfüllt mich mit großer Freude.“
Derzeit sind 65 Kinder im Programm „Medizinische Patenschaften“ aktiv. Die Kinder, die am dringendsten Hilfe benötigen, werden von Ärzten und Mitarbeitern ausgewählt. Vor Ort werden sie von unseren beiden festangestellten Sozialarbeiterinnen, Alice und Esther, betreut, während Claudia Ratzlaff und Joy Hinkel die Koordination aus Deutschland übernehmen. Sie sorgen dafür, dass die Spenden von den Paten, die eine medizinische Patenschaft für ein Kind übernommen haben, direkt bei den betroffenen Mädchen und Jungen ankommen. „Die Herausforderung besteht darin, für jedes Kind die passende Unterstützung zu finden und umzusetzen. Dabei werden wir von Marc Courtial unterstützt, der den Erstkontakt zu den Paten herstellt“, erklärt Joy Hinkel. Eine medizinische Patenschaft kostet etwa 50 Euro im Monat.
Besonders auffällig ist die hohe Zahl alleinerziehender Mütter, eine Folge der Corona-Pandemie. Diese Situation erschwert die Versorgung der Familien, da es in Kenia keine Sozialsysteme gibt und die Jobsituation nach wie vor angespannt ist
Oft sind es jedoch die kleinen Momente, die in Erinnerung bleiben. So die Geschichte von zwei Jungen, die mit einem alten Fußball spielten. „Wir haben sie aus dem Auto gesehen, angehalten und jedem einen neuen Ball geschenkt. Der Blick in ihren Augen, die Dankbarkeit und die Freude – das werde ich nie vergessen“, sagt Joy Hinkel. „Die Begegnungen in Kenia sind einfach unvergesslich!“
Herzliche Grüße
Joy Hinkel & Claudia Ratzlaff
(Team „medizinische Patenschaften“)
