Wir besuchen mehrere Familien, die wir in Karare seit vielen Jahren begleiten. Mama Lucy lebt von dem, was die Dorfgemeinschaft ihr geben kann. Bereits 2021 kümmerte sie sich um ihre zehn Kinder; inzwischen ist ein weiteres Kind hinzugekommen. Besonders das jüngste benötigt derzeit dringend zusätzliche Nahrung.
Auch Mama Learapo lebt in Karare. Sie ist taubstumm und aktuell erneut schwanger. Bei der Messung des Oberarmumfangs lag ihr Wert im roten Bereich – ein deutliches Zeichen von Mangelernährung. Auch hier stellt sich die Frage nach einer gezielten, zeitlich begrenzten Nahrungsmittelunterstützung.
In der nächsten Hütte treffen wir auf Mama Agnes. Sie kommt gerade vom Wasserholen zurück. Es ist 14 Uhr, und sie ist seit 6 Uhr morgens unterwegs gewesen. Rund acht Stunden täglich verbringt sie allein mit der Wasserversorgung ihrer Familie. Die Wasserstelle liegt im angrenzenden Marsabit-Nationalpark. Die Frauen gehen meist in Gruppen dorthin, um sich vor wilden Tieren zu schützen. Mama Agnes ist dankbar, dass wir über ihre Situation berichten und ihre Familie unterstützen konnten. Sie hat sechs Kinder. Ihre Tochter Agnes ist ein Patenkind im CHC-Programm. Sie hat Ende 2025 ihren Schulabschluss gemacht und nun ihre Berufsausbildung im Rafiki-Projekt begonnen – gemeinsam mit elf weiteren jungen Frauen und Männern, die alle durch CHC gefördert werden.
Trotz dieser schwierigen Lebensumstände bietet sich uns ein unerwartetes Bild: Die Kinder hüpfen fröhlich auf einem alten Rohrstück, lachen, balancieren – für einen Moment scheint der Mangel vergessen. Eine Szene, die eindrücklich zeigt, wie viel Lebensfreude und Widerstandskraft in ihnen steckt.
Auch Mama Ntadahi berichtet von schweren Verlusten. Rund dreißig ihrer Ziegen wurden von Hyänen gerissen. Die Tiere sind nicht der Dürre zum Opfer gefallen, fehlen der Familie aber dennoch als zentrale Lebensgrundlage. Ihre Dankbarkeit für die Unterstützung – insbesondere für ihre Tochter Lucy, die ebenfalls im Rahmen des Rafiki-Projekts im Vocational Training Center im Siaya County ausgebildet wird – ist groß.
Am Ende unseres Besuchs bleibt ein klares Bild zurück: Nicht alle Familien sind gleichermaßen betroffen. Doch einige wenige sind besonders verletzlich. Für sie kann eine gezielte, zeitlich begrenzte Nahrungsmittelhilfe notwendig und sinnvoll sein.
Bericht: Dr. Thomas Berger


















Dear Cargo Human Care,
What fantastic family support work you do for all the vulnerable women with their children ❤️ in Karare.
Warm greetings from Sweden
Katarina and Sven-Åke