Wie bereits im vergangenen Jahr gemeinsam geplant, konnte am 19. Januar 2026 der Brunnen und die Entsalzungsanlage in Bubisa offiziell an das zuständige Water Management Committee (WMC) übergeben werden. Für uns war dieser Moment von besonderer Bedeutung: Ein Projekt, das uns über viele Jahre hinweg begleitet hat, ging damit vollständig in die Verantwortung der lokalen Gemeinschaft über.

Möglich wurde dieser Schritt vor allem durch die spürbar verbesserte wirtschaftliche Situation des Anlagenbetriebs. Die im Sommer des vergangenen Jahres beschlossene Anpassung des Wasserpreises auf einen Schilling pro Einheit hat wesentlich dazu beigetragen, die laufenden Kosten zu decken und den Betrieb auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Dies bestärkt uns in der Überzeugung, dass die Anlage künftig nachhaltig und eigenverantwortlich betrieben werden kann.

Der Weg zur Übergabe verlief jedoch nicht ganz ohne Herausforderungen. Kurz vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin fiel die Brunnenpumpe aus – eine besonders schwierige Situation angesichts der anhaltenden Dürre und der großen Bedeutung der Anlage für die Wasserversorgung der Bevölkerung.

Für die Übergabe selbst wünschte sich das Water Management Committee einen kleinen, überschaubaren Rahmen. Gleichzeitig war es uns wichtig, dass auch der Chief von Bubisa anwesend ist, da er eine zentrale verbindende Rolle zwischen der Bevölkerung und dem Committee einnimmt und für Transparenz und Vertrauen steht.

Bei unserer Ankunft waren bereits mehrere Mitglieder des WMC vor Ort. Aufgrund der großen Hitze von rund 34 Grad fand das Treffen im Bürocontainer der Anlage statt. Damit alle Beteiligten Platz fanden, organisierte Isako, der Operator der Anlage, kurzerhand zusätzliche Stühle – pragmatisch und lösungsorientiert, wie wir es vor Ort oft erleben.

Der stellvertretende Vorsitzende des Committees, Katelo, eröffnete die Runde und stellte die Anwesenden vor. Anschließend hielt Gerhard eine Ansprache, in der er die Entstehungsgeschichte des Brunnens und der Entsalzungsanlage, die gemeinsamen Herausforderungen der vergangenen Jahre sowie die Bedeutung eines verantwortungsvollen und transparenten Betriebs hervorhob. Die Rede wurde vom Chief übersetzt, sodass alle Beteiligten denselben Informationsstand hatten.

Im Anschluss unterzeichneten die Vertreter des Water Management Committees und wir gemeinsam den Übergabevertrag. Danach blieb noch Zeit für einen kurzen persönlichen Austausch bei Sandwiches und Wasser, die wir aus Marsabit mitgebracht hatten.

Wir freuen uns sehr, dass die Anlage nun offiziell an die Bevölkerung übergeben ist und die Verantwortung vollständig beim Water Management Committee liegt. Eigenverantwortung ist aus unserer Sicht eine zentrale Voraussetzung für einen langfristig funktionierenden Betrieb. Mit der Übergabe endet unsere direkte finanzielle Verantwortung; zugleich haben wir zugesichert, das Committee weiterhin logistisch und beratend zu begleiten.

Darüber hinaus haben wir in Aussicht gestellt, bei einem dauerhaft ordnungsgemäßen, transparenten und nachhaltigen Betrieb auch die nächste notwendige Erneuerung der Membranen finanziell zu unterstützen.

Rückblickend haben wir aus diesem Projekt viel gelernt. Wir hoffen, dass die Anlage nun über viele Jahre hinweg stabil und zuverlässig betrieben wird und damit einen nachhaltigen Beitrag zur sicheren Wasserversorgung der Bevölkerung leisten kann. Die wesentlichen technischen Probleme scheinen inzwischen behoben zu sein. Besonders erfreulich ist, dass das Water Management Committee die Reparatur der Brunnenpumpe inzwischen – mit unserer logistischen Unterstützung – erfolgreich abschließen konnte.

Bericht: Dr. Thomas Berger

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