Ein Bericht von Karin Thormählen
Im Januar durfte ich Cargo Human Care erneut nach Kenia begleiten. Gemeinsam mit Thomas und Gerhard aus dem Vorstand führte uns die Reise für sieben Tage in den Norden des Landes und zurück nach Nairobi. Ziel der Reise war es, mehrere zentrale Projekte des Vereins zu begleiten, zu dokumentieren und vor Ort Gespräche zu führen: die Erweiterung der Elazar Girls’ High School, die Übergabe des Brunnens in Bubisa, Dorfbesuche in der von Dürre betroffenen Region rund um Karare sowie Termine bei Partnerprojekten in Nairobi.
Als Webmasterin und Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit war ich vor allem dafür da, Eindrücke festzuhalten – mit der Kamera, aber auch mit Notizen. Was wir in diesen Tagen gesehen und erlebt haben, zeigt eindrücklich, wie vielfältig die Arbeit von Cargo Human Care ist.

16.01.26:
Auf dem Weg nach Norden – erste Eindrücke

Von Nairobi aus ging es direkt in den Norden Richtung Marsabit. Die Strecke ist lang, aber sie macht sichtbar, wie sich Landschaft und Lebensbedingungen verändern: Je weiter wir nach Norden kamen, desto trockener wurde es. Viehherden waren deutlich seltener zu sehen als sonst – ein erstes Zeichen der anhaltenden Dürre.
Bereits auf dem Weg besuchten wir ein Dorf südlich von Marsabit, das kurz zuvor Lebensmittelhilfe von Cargo Human Care erhalten hatte. Gespräche mit Dorfbewohner:innen, Dorfältesten und Familien machten deutlich, wie angespannt die Situation ist: Wasser ist knapp – die Frauen sind oft acht Stunden zum Wasserholen unterwegs und kommen dann mit einem 20-Liter-Kanister heim, Nahrung ebenfalls, viele Männer sind mit ihrem Vieh unterwegs – oft stundenlang, manchmal länger.

17.01.26
Erweiterung der Elazar Girls’ High School

Ein besonderer Schwerpunkt der Reise war die Einweihung der neuen Klassenräume und der im Bau befindlichen Bibliothek der Elazar Girls’ High School. Die Schule ist ein zentrales Bildungsprojekt von Cargo Human Care und bietet Mädchen in der Region die Möglichkeit auf weiterführende Schulbildung.
Die Feier war geprägt von großer Beteiligung: Schülerinnen, Eltern, Lehrkräfte, Vertreter der Kirche und der lokalen Verwaltung kamen zusammen. Tänze, Gesang und kreative Beiträge der Schülerinnen machten deutlich, welchen Stellenwert Bildung hier hat. Besonders bewegend war die Verabschiedung des bisherigen Head Teachers – ein emotionaler Moment für viele Anwesende.
Die Feier dauerte deutlich länger als geplant – was in Kenia eher die Regel als die Ausnahme ist. Sie zeigte vor allem eines: Die Schule ist fest in der Gemeinschaft verankert und wird von Eltern und Schüler:innen mit großem Stolz getragen.

Zu diesem Thema haben wir noch einen ausführlichen Bericht:

17/18.01.26
Dorfbesuche in Zeiten der Dürre

Nach der Feier blieb noch Zeit für weitere Besuche in den Anfang Januar mit Lebensmitteln versorgten Dörfern im Umland der Schule. Gemeinsam mit Pater Patrick, der als Dolmetscher und Ansprechpartner vor Ort eine zentrale Rolle spielt, besuchten wir mehrere Dörfer rund um Karare.
Thomas untersuchte in seiner Funktion als Mediziner Kinder, Schwangere und ältere Menschen auf mögliche Mangelerscheinungen. Noch sind diese nicht flächendeckend sichtbar – doch die Lage ist fragil. Lebensmittelhilfe ist vielerorts bereits aufgebraucht, Wasserwege werden immer länger. Frauen sind oft stundenlang unterwegs, um Wasser für ihre Familien zu holen.
Diese Besuche sind wichtig, um Hilfsmaßnahmen gezielt planen zu können und um frühzeitig zu erkennen, wo zusätzliche Unterstützung notwendig wird.

Eindrücke von unserem Besuch z.B. in Karare haben wir hier:

19.01.26
Übergabe des Brunnens und der Entsalzungsanlage in Bubisa

Ein weiterer Meilenstein der Reise war die Übergabe des Brunnens mit Entsalzungsanlage in Bubisa. Die Anlage wurde vor rund fünf Jahren u.a. mit Mitteln aus dem Bürostadtlauf finanziert und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach anfänglichen technischen und organisatorischen Herausforderungen läuft sie nun stabil, die 8.000 Menschen in Bubisa werden jetzt zuverlässig mit sauberem Trinkwasser versorgt.
Mit der offiziellen Übergabe ging die Verantwortung vollständig an das lokale Water Management Committee über – ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltiger, eigenverantwortlicher Nutzung. Cargo Human Care bleibt beratend und unterstützend ansprechbar, zieht sich aber bewusst aus der operativen Verantwortung zurück.
Für mich persönlich war dieser Ort besonders eindrücklich: Die karge, wüstenartige Landschaft, der starke Wind und die Weite machen deutlich, wie existenziell der Zugang zu sauberem Wasser hier ist.

Dazu passend haben wir auch noch einen ausführlichen Bericht:

20./21./22.01.26
Termine in Nairobi – Projektbesuche und Ausblick

Zum Abschluss der Reise standen Termine in Nairobi an, unter anderem im Mothers’ Mercy Home sowie in der John Kaheni Residence. Beide Einrichtungen sind langjährige Projekte von Cargo Human Care und leisten wichtige Arbeit im Bereich Betreuung, Bildung und Prävention. In der John Kaheni Residence erhielten wir zudem Einblicke in den gerade laufenden Kurs zur Drogenprävention. Außerdem wurde Planungsstand für das zukünftige Vocational Training Centre (kurz VTC) mit dem lokalen Sozialarbeiterteam besprochen. Das VTC ist ein weiteres Projekt, das jungen Menschen berufliche Perspektiven eröffnen soll

Hier weitere Projekte, die wir in der kurzen Zeit in Nairobi besucht haben:

Fazit:

Sieben Tage Kenia bedeuten viele Eindrücke, Gespräche und Emotionen. Die Reise hat erneut gezeigt, wie wichtig langfristiges Engagement, persönliche Präsenz und Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Mitarbeitern für die Nachhaltigkeit der Hilfsprojekte von Cargo Human Care sind. Bildung, Wasserversorgung und medizinische Begleitung greifen hier eng ineinander.
Cargo Human Care arbeitet nicht punktuell, sondern begleitet Projekte über Jahre hinweg – bis Verantwortung vor Ort übernommen werden kann. Genau das macht diese Arbeit so wirkungsvoll.

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    Projektreise

    Gerhard Meyke, Dr. Thomas Berger und Karin Thormählen

     

Und zum Abschluss noch ein Eindruck von den Straßen im Norden Kenias:

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