Einsatzbericht 09/17

2017 jähren sich meine Einsätze im Medical Centre des MMH zum 9ten Mal, CHC feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Seitdem hat sich viel in der ganzen Anlage und auch im MC geändert. Es wurde viel gebaut, kaum etwas ist wie am Anfang. Eines ist ziemlich gleich geblieben, die ärztliche Arbeit. Dennoch ist auch hier vieles leichter geworden, man kennt die Abläufe besser, hat sich mit kenianischen Gegebenheiten arrangiert.

Ich habe auch gelernt, medizinische und soziale Wahrheiten zu akzeptieren, die mich immer noch persönlich bedrücken und bei uns völlig anders ablaufen würden. Aber es ist, wie es ist.

In den ersten Jahren hatte unser medizinisches Personal häufiger gewechselt. Inzwischen ist Stabilität eingekehrt und ich muss anerkennend sagen, dass es sich mit dem derzeitigen Team, angeführt von Joyce, ganz hervorragend arbeiten lässt. Alle sind sehr kompetent, bringen sich gut ein.

Darum, aber nicht nur darum, ist es für mich, wie nach Hause zu kommen, wenn ich in Nairobi gelandet bin. Dazu tragen auch inzwischen entstandene Freundschaften unter Kollegen und mit Einheimischen bei. Erwähnt sei auch Martin, unser zuverlässiger Fahrer, der immer für einen „Joke“ zu haben ist. Sein neuster Spruch auf Deutsch, den wir ihm rein zufällig beigebracht haben, lautet:“Haste mal nen Hunni.“ So wie er es sagt, klingt es einfach lustig.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Arbeit im MC inzwischen routiniert abläuft. Das Team arbeitet zuverlässig und effizient, es wird sogar überpünktlich mit der Arbeit begonnen, was so gar nicht afrikanisch ist. Stromausfälle kommen immer noch vor aber seltener, die neue Software läuft auch gut.

Erwähnen muss man natürlich auch die immer freundlichen und hilfsbereiten Piloten. Auch hier hat sich inzwischen eine angenehme Routine aufgetan. Dazu gehören auch die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund, egal wo, die uns vor Ort die Arbeit erst ermöglichen. Allen sei herzlich gedankt.

Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, wie bei uns auch und Afrika ist eben Afrika. Daran werden auch wir nichts ändern. Aber es läuft prima und macht Spass. Ich freue mich auf den nächsten Einsatz und werde so lange weitermachen, wie es geht. Möge es noch lange dauern.

Die Fahrt vom Serena Hotel zum Airport war der Hammer. Ein einziger Stau, bis zur Kontrollstation, also 1 Std. 50 Minuten. Das habe ich in 9 Jahren noch nicht erlebt.

Wer ein kurzes aber spannendes Buch über den Kontinent lesen möchte, empfehle ich das Taschenbuch „Der Traum vom Leben“ von Klaus Brinkbäumer, Chefredakteur des Spiegel.

Michael Otto

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