Ein Bericht aus dem Medical Camp:

Drittes Medical Camp in der Massai Mara vom 18. bis 20.05.2017

Wie schon zweimalig zuvor wurde auch in diesem Jahr wieder das Medical Camp von Cargo Human Care in der Massai Mara durchgeführt. Ziel war eine allgemeinmedizinische und pädiatrische Basisdiagnostik und Therapie in Rücksprache mit dem Medical Officer, David Paolekute, der eine medizinische Grundbetreuung der Region anbietet.
Aufgrund der Erfahrungen von den zwei vorherigen Medical Camps wurde eine entsprechende Reiseapotheke zusammengestellt. Erstmals wurden wir auch von Joyce, unserer Head Nurse des CHC Medical Centers begleitet.
Somit flogen wir mit einer Cessna 206 von Nairobi in die Massai Mara. Dank unseres sehr erfahrenen Piloten Joachim Pfeffer landeten wir dort nach einer Stunde Flugzeit sicher und konnten dann mit einem Safari Jeep zum Mara Siria Camp gebracht werden, um dort die Vorbereitungen für den Einsatz vorzunehmen.
Wieder einmal konnte ein Klassenzimmer, der Iltolish Mara Primary School in Kilgoris genutzt werden. Da der Einsatz an einem Freitag und Samstag war, begann die Sprechstunde zur Unterrichtszeit. D.h. unter den knapp 250 Schülerinnen und Schülern sprach sich die Neuigkeit rasch rum und die Konsultationen gingen los. Während initial eher zögerlich die Sprechstunde begann, nahm gegen Mittag die Frequenz zu. Auch kamen die Lehrenden der Schule, die Chiefs der knapp 2.000 Bewohner und die Hirten der Umgebung. Während freitags eher Kinder und Schüler in der Konsultation waren, kamen am Folgetag Familien und Ältere.
Eine Organisation der Sprechstunde erfolgte mittels Schultischen: einer für die Pädiatrie (Thomas Berger), einer als Apotheke (Joyce), zwei für allgemeine Konsultationen (David Paolekute und Axel Telzerow). Beratungen liefen in Englisch und Swahili, manchmal auch mittels Zeichen, jedoch fast immer in Insgesamt konnten wir den überwiegend guten Gesundheitszustand von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und auch alten Patienten festhalten. In den Reihenuntersuchungen der Erwachsenen mittels Pulsoxymeter, Blutzuckermessung und auch Blutdruckgerät zeigten sich keine arterielle Hypertonie und keine pathologischen Blutzuckerwerte, sprich eine Population frei von Zivilisationskrankheiten. Die überwiegenden Diagnosen bei den 157 untersuchten Patienten waren respiratorische Infekte (57), Hautkrankheiten (33) und Rücken- bzw. Gelenkbeschwerden (22). Auch kamen noch weitere andere Infektionskrankheiten und auch Kopf- und Zahnschmerzen hinzu.

Unserer Medical Officer zeigte uns einen Säugling mit einer Hauterkrankung, die auch unsere sehr erfahrene Headnurse Joyce bislang noch nicht gesehen hat. Es handelt sich um eine Infektion mit Cordylobia anthropophaga, sprich die Mango- bzw. Tumbufliege, die in der Massai Mara häufiger zu beobachten ist. Hierbei dringt die Larve der Fliege unter die Haut und reift dort innerhalb von zwei Wochen heran. Erkennen kann man dies an der Schwellung, die bis zu drei Zentimeter groß werden kann, sowie einer zentralen Öffnung, durch die die Larve Sauerstoff erhält. Dementsprechend ist auch die Behandlung vor Ort: Das Atemloch wird durch Vaseline verschlossen und die Larve so zum Atmen aus der Hauthöhlung gezwungen, damit sie dann entfernt werden kann.

Die Begleitung von Joyce war eine große Bereicherung und Erleichterung für die Arbeit im Medical Camp.

Mit vielen positiven Eindrücken sind wir nach zwei Tagen wieder zurückgeflogen und planen schon den nächsten Einsatz mit unseren Ärzten in der Massai Mara.

Dank der Organisation und großartigen Unterstützung von Joachim Pfeffer ist das Medical Camp wieder sehr erfolgreich verlaufen. Zu danken ist auch den Firmen Gauff und Phönix Safari, die für den Transport und die Unterkunft gesorgt haben.

Axel Telzerow

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